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Anleitung

Didaktische Einbettung

Die Übung kann in allen Modulen angewendet werden. Es bietet sich an, sie am Ende der jeweiligen pädagogischen Einheit einzusetzen, da es sich um eine Reflexionsübung handelt, die einen Bogen vom Gestern und Heute schlagen will. Die Schülerinnen und Schüler können so die neu erworbenen Kenntnisse aus dem vorangegangenen Modul sowie ihre individuellen Gedanken dazu reflektieren und im Sinne der Förderung einer politischen Urteilskraft praktisch anwenden.

Es ist auch möglich, die Übung als Einstieg in ein Modul zu nutzen. In diesem Fall wäre es allerdings von Vorteil, wenn die Schülerinnen und Schüler über historisches und politisches Vorwissen verfügen. So können sie die Zitate verstehen und kontextualisieren und sich auf dieser Basis eine eigene Meinung bilden. Wird die Übung zu Beginn eingesetzt, kann sie eine tendenziell irritierende Wirkung haben. Das wiederum kann dabei helfen, Interesse und Neugierde auf Seiten der Schülerinnen und Schüler zu wecken.

Ziele

Die Teilnehmenden reflektieren unterschiedliche Positionen zum Thema „Flucht und Flüchtlinge“ kritisch und können eine eigene Haltung dazu formulieren und begründen.

Die Teilnehmenden werden für strukturelle Ähnlichkeiten (und Unterschiede) in Bezug auf den Umgang mit Flüchtlingen in der Vergangenheit und der Gegenwart sensibilisiert.

Die Teilnehmenden erkennen, dass Empathiefähigkeit eine zentrale Voraussetzung dafür ist, eine Gesellschaft menschlich zu gestalten.

Zeit

Je nach Gruppengröße und Diskussionsfreude der Schülerinnen und Schüler zwischen 15 und 30 Minuten.

Benötigtes Material

A4-Ausdrucke der Zitate

Kreppband

zwei Pol-Karten („Stimme zu“/ „Stimme nicht zu“)

Anleitung

Auf den Boden wird mit Kreppband ein Barometer (ein langer Strich) geklebt. Alternativ ist auch eine lange Linie mit Kreide an der Tafel möglich. An ein Ende des Barometers wird nun der A4-Ausdruck mit der Aufschrift „Stimme ich zu. / Kann ich nachvollziehen.“ gelegt. An das andere Ende kommt das Schild „Lehne ich ab. / Kann ich nicht nachvollziehen.“

Je nach Gruppengröße wählen die Pädagog/innen eine bestimmte Anzahl an Zitaten aus. Sinnvoll ist, wenn immer zwei Schüler/innen gemeinsam ein Zitat bearbeiten. Sie haben die Aufgabe, ihr Zitat aufmerksam zu lesen, zu besprechen und sich eine Meinung dazu zu bilden. Diese müssen sie im Anschluss vor der Gruppe begründen können. Schlussendlich sollen sie gemeinsam entscheiden, an welche Stelle des Barometers sie ihr Zitat anlegen würden.

Wenn alle fertig sind, beginnt ein Zweier-Team – entweder freiwillig oder es geht einfach reihum. Jedes Team liest sein Zitat laut vor, ordnet es am Barometer ein und begründet dies. Dazu kann als Abstufung die gesamte Länge des Barometers genutzt werden (Mitte = „kann mich nicht entscheiden“ oder „ist mir egal“ / Richtung Plus = „finde ich ein bisschen gut bzw. richtig“ oder „sehr gut“ oder „ausgezeichnet“ / Richtung Minus = „finde ich ein eher falsch bzw. schlecht“ oder „sehr schlecht“ oder „völlig daneben“). Auf dem Boden werden die Zitate einfach an die ausgewählte Position an das Kreppband angelegt. An der Tafel wird das Zitat per Magnet an der ausgewählten Stelle festgemacht.

 

Es gibt zwei Varianten für die Diskussion

Variante 1

Nach jeder Zitatvorstellung wird in die Gruppe gefragt, ob alle das so sehen oder ob jemand das Zitat an einen anderen Ort gelegt / gehängt hätte. So wird jedes Zitat nacheinander in der Klasse / Großgruppe diskutiert.

Variante 2

Erst wenn die Zweier-Teams mit Vorstellen und Einordnen fertig sind, wird in die Gruppe gefragt, ob alle damit einverstanden sind, wie die Zitate nun liegen/hängen oder ob jemand etwas ändern möchte / eine andere Meinung zu einem Zitat hat. Dann soll die Gesamtgruppe aufstehen und jede/r soll die Zitate verschieben, die er/sie anders legen würde. Die Zitate können dann aber auch wieder zurückgeschoben werden. So entsteht am Barometer im besten Fall einige Dynamik. Aufgabe der Pädagogen/innen ist es, zu beobachten, welche Zitate am häufigsten bewegt werden. Bei diesen gibt es offensichtlich die größten Meinungsverschiedenheiten in der Gruppe.

Im Anschluss werden daher genau diese Zitate noch einmal mit der Gesamtgruppe diskutiert.

Wichtig

Natürlich ist es gut, wenn sich die Zweier-Teams einigen können. Haben die Schüler/innen im Kleinteam jedoch sehr konträre Positionen, sollten sie diese auch transparent machen. In diesem Fall präsentiert das Team beide Meinungen bzw. beschreibt den Dissens. Die Karte wandert dann in den meisten Fällen in die Mitte des Barometers, was so viel bedeutet wie „Unentschieden“.

Die Zitate liegen immer richtig! Die Pädagogen/innen sind nicht berechtigt, Zitate eigenmächtig zu verschieben. Es geht um die Meinung der Schüler/innen.

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