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Zitate

„Ich bin heute nicht hier, weil ich die Afrikaner mag oder eine besondere Verbindung zu ihnen habe, sondern weil ich das Gefühl kenne, hungrig und heimatlos zu sein.“

Shimon S., ein Holocaust-Überlebender, auf einer Demonstration für eine bessere Behandlung von Flüchtlingen in Tel Aviv, Israel, Juli 2012

ניצולי שואה הפגינו נגד גירוש הפליטים (Quelle auf Hebr.)

„Wir, das jüdische Volk, das verfolgt und dessen Schicksal von der Welt ignoriert wurde, kamen als Flüchtlinge in unser Land. Wir dürfen nicht das Leiden und die Not anderer ignorieren.“

Rabbi Lau (damalige Oberrabbiner der Stadt Tel Aviv in Israel) in einem Brief an den Premierminister Israels Ehud Olmert, Mai 2007

Quelle auf Hebr.

„Ich denke, die größte Tragödie des Holocausts war nicht nur der Verlust sechs Millionen jüdischer Menschen, meiner eigenen Schwester, meines Vaters und vieler anderer Familienmitglieder. Die größte Tragödie war, dass nicht aus der Geschichte des Holocausts gelernt wurde. Dass es seitdem wieder zahlreiche Genozide gab. Ich denke, das ist die wahre Tragödie. Die Welt sagte „nie wieder“, aber stattdessen sehen wir diese Gräueltaten an unschuldigen Menschen immer und immer wieder passieren. Das ist der wirklich traurige Teil.“

Dr. Alfred Münzer, Holocaust-Überlebender, März 2017

Quelle auf Engl.

„Ich erinnere mich daran, wie ich selbst von einem Ort zum anderen rannte und im Grunde selbst ein Flüchtling war; deswegen habe ich Mitgefühl mit Flüchtlingen, und ich möchte dieses Mitgefühl nicht nur meinem Volk vorbehalten. Wir waren selbst Flüchtlinge, weil sich in den 30-er und 40-er-Jahren alle Tore vor uns verschlossen. Wenn man die Szene am Bahnhof in Budapest sieht, musst man an die Züge denken, mit denen die Juden in den Tod geschickt wurden, und ich denke, wenn es eine Sache gibt, die wir vom Holocaust lernen müssen – oder viele von uns gelernt haben -, dann ist es die Unantastbarkeit des menschlichen Lebens.“

Collete Avital, Holocaust-Überlebende und ehem. israelischer Politikerin, September 2015

Quelle auf Engl.

„Die Republik Kuba hat das Recht, die Qualität von Migranten nach ihrem Nutzen für die Bevölkerungsentwicklung, die Industrie und den Handel zu bestimmen und sie als nützlich oder nicht nützlich für unser Land einzustufen.“

Präambel zum kubanischen Verfassungsdekret Nr. 2507 vom 17. November 1939

The Report by the American consul in Havana on European refugees in Cuba. March 17, 1939. State CDF 837.55J/1 (Quelle auf Engl.)

„Wir hören viel über die Asylsuchenden und Flüchtlinge, aber wir hören ihnen nicht genug zu. Es ist schwieriger, jemanden zu hassen, Angst vor ihm zu haben oder ihn auszuschließen, wenn man in seine Augen schaut und sich seine Geschichte anhört, sei es auch nur kurz.“

Aus dem israelischen Online-Magazin Tech, keine Autorenangabe, 4.1.2015

Quelle auf Hebr.

„Flüchtling zu sein ist nichts, das man sich aussucht!“ / „Wer der Verfolgung entkommen ist, hat ein Recht auf Schutz!“

Schilder auf einer Demonstration in Tel Aviv, Juni 2012

Quelle auf Hebr.

„Flüchtlinge sind keine Bauern auf dem Schachbrett der Menschlichkeit. Sie sind Kinder, Frauen und Männer, die ihre Heimat aus verschiedensten Gründen verlassen oder verlassen müssen und die ein legitimes Bedürfnis danach haben, mehr zu wissen, mehr zu haben, und vor allem: mehr zu sein.“

Papst Franziskus, Vatikan, 5. August 2013

Quelle auf Engl.

„Wenn du dir nicht vorstellen kannst, selbst in einem dieser Boote zu sein, dann fehlt Dir etwas. Die Bootsflüchtlinge sterben für ein Leben, das sich zu leben lohnt. #Flüchtlingewillkommen“

Joanne K. Rowling, Autorin von Harry Potter, September 2015

J.K. Rowling in ihrem Tweet zur Haltung des Britischen Premierministers David Cameron bzgl. der Flüchtlingsfrage, die sie als "absolut beschämend” bezeichnet – verbunden mit einer Petition zur Aufnahme von mehr Asylsuchenden im Vereinigten Königreich, 15:45 Uhr - 3 Sep 2015 (Quelle auf Engl.)

„Kein Mensch steigt mit seinem Kind in ein unsicheres Boot, um das Mittelmeer zu überqueren, wenn er nicht wirklich verzweifelt ist.“

Mattie J. Bekink, Referentin im Anne Frank Haus in Amsterdam

Quelle auf Engl.

„Der Schlüssel zur Lösung des Einwanderungsproblems muss der Beitrag sein, den die Einwanderer zur Bevölkerungsentwicklung, zum Wohlstand und zum kulturellen Leben im Einwanderungsland leisten können.“

Statistische Tabellen zur Migrantenverteilung und zur natürlichen Zunahme von Juden in der Welt, S. 1f., 1938.

Robert Weltsch Collection 1770-1997, LBI NY AR 7185 MF 491 Reels 1-31 (Quelle auf Engl.)

„In Evian standen sowohl menschliche Leben als auch die Selbstachtung und Würde der zivilisierten Welt auf dem Spiel. Hätte an diesem Tag jedes an der Evian-Konferenz teilnehmende Land zugestimmt, sofort 17.000 Juden aufzunehmen, so hätte jeder Jude aus dem deutschen Reich gerettet werden können. […] In Evian haben sie mit hohen Erwartungen begonnen. Aber sie haben den Test nicht bestanden: Die zivilisierte Welt versteckte sich unter einem Mantel aus Vorschriften und Gesetzen.“

Walter Mondale (*1928, Vize-Präsident der USA 1977-1981) in einer Rede zum Thema ‚Bootsflüchtlinge‘ auf der UN-Konferenz zu Flüchtlingen aus Indochina am 21. Juli 1979

Walter Mondiale, „Evian and Geneva“ in: New York Times, 28 Juli 1979 (Quelle auf Engl.)

„Wenn wir ins Gesicht eines jeden Flüchtlings blicken, besonders in die Gesichter von Kindern und Frauen, dann spüren wir ihr Leiden, und ein Mensch, der besser gestellt ist im Leben, ist verpflichtet ihnen zu helfen. Aber andererseits gibt es momentan zu viele von ihnen…“

Dalai Lama, Oberhaupt der Tibetanischen Buddhisten, Agence-France Presse, 31. Mai 2016

„Wahrscheinlich könnten alle Länder, auch dieses, sehr viel mehr Flüchtlinge aufnehmen, als sie es jetzt tun, ohne dadurch ökonomisch oder politisch beeinträchtigt zu sein.“

Zeitungsartikel ohne Autorenangabe, Juli 1938

„After Evian“, in: The Manchester Guardian, 16. Juli 1938, S. 12 (ohne Autorenangabe; Quelle auf Engl.)

„Das am weitesten verbreitete und stichhaltigste Argument gegen Immigration ist, dass der Arbeitsmarkt bereits überschwemmt ist und weiterer Zulauf die Arbeitslosenquote bedeutend erhöhen würde. Die Verbreitung von Arbeitslosigkeit wird als Argument für Auswanderung und gegen Einwanderung benutzt.“

Rat für das deutsche Judentum: Memorandum als Vorlage für die Evian-Konferenz, Juli 1938

Robert Weltsch Collection 1770-1997, LBI NY AR 7185 MF 491 Reels 1-31, S. 366 (Quelle auf Engl.)

„Unglück stigmatisiert wie Aussatz. Eine Weile, eine kurze Weile weckt es Mitgefühl, bald Ungeduld, am Ende Ablehnung und Widerwillen. Die Menschen, geneigt, aus der eigenen Not eine Tugend, sind noch mehr geneigt, aus der fremden Not ein Verbrechen zu machen."

Alfred Polgar, österreichischer Autor, aus dem französischen Exil, Januar 1939

Alfred Polgar: "Zu einem Gegenwarts-Thema", in: Pariser Tageszeitung vom 4. Januar 1939 (Quelle auf Dt.)

„Flüchtlinge sind der Inbegriff von ‚menschlichem Abfall‘, weil sie in dem Land, in dem sie angekommen sind und vorübergehend bleiben, keine nützliche Funktion erfüllen und man weder beabsichtigt noch ihnen in Aussicht stellt, sie in die neue Gesellschaft aufzunehmen und einzugliedern.“

Zygmunt Bauman, polnisch-britischer Soziologe und Philosoph, 2007/2008

Zygmunt Bauman: Flüchtige Zeiten. Leben in der Ungewissheit, 2008, S. 64 (Quelle auf Dt.)

“Keine Gesellschaft, kein Staat kann erfolgreich die gewaltige Verantwortung für tausende elternlose, verbitterte, verfolgte Kinder von unerwünschten Ausländern übernehmen und erwarten, diese erschütterten Seelen in loyale, liebende […] Mitbürger verwandeln zu können. Wenn diese sogenannten unschuldigen, hilflosen Kinder als Flüchtlinge anerkannt werden, dann bin ich sicher, dass sie eines Tages Revolten anführen und meinen Kindern das Recht auf ihren Glauben, freie Meinungsäußerung und auf Leben, Freiheit und das Streben nach Glück nehmen werden.“

Alice Waters, US-amerikanische Anti-Migrations-Aktivistin, April 1939

Testimony of Alice Waters, Admission of German Refugee Children. Joint Hearings before a Subcommittee of the Committee on Immigration, April 20, 21, 22, and 24, 1939 (Washington, 1939), zitiert in: Tara Zahra: The Lost Children", 2011, S. 69 f. ( Quelle auf Engl.)

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